YLAB- geisteswisschenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen

Der „Herbst des Mittelalters“ und die Reformation

YLAB – Geisteswissenschaftliches Schülerlabor,
Dr. Gilbert Heß

„Hilfreich für Abi und allgemein für einen tieferen Einblick in das Thema“
SchülerIn des Max-Planck-Gymnasiums Göttingen, 21.01.2016

  „Fragen wurden gut und schnell beantwortet […] sehr freundlich + hilfsbereit“
SchülerIn des Otto-Hahn-Gymnasiums Göttingen, 15.02.2016

Die 95 Thesen Martin Luthers, die im Jahr 1517 eine theologische Diskussion zum Ablass vorbereiten sollten, bildeten den Auftakt zur Reformation. Ihre religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen erlangten weltgeschichtliche Bedeutung.

Die traditionelle, protestantisch geprägte Geschichtsschreibung hob die Einmaligkeit von Luthers Wirken hervor und sah in dem zum Symbol geronnenen Bild des Thesenanschlags die Befreiung von den »dunklen Mächten des Mittelalters« und den Weg in die Moderne vorgezeichnet. Die neuere Forschung betont hingegen stärker, dass die Reformation nur vor dem Hintergrund spezifischer Voraussetzungen und im Zusammenwirken von Kirchenwesen und Religion, Gesellschaft und Herrschaft, Heils- und Machtfrage gesehen werden kann. Wie lassen sich Ursachen und Folgen der Reformation aus heutiger Sicht bewerten?

Inhalt
In diesem Tagesprojekt im YLAB wenden wir uns zunächst dem Begriff der Krise als Bezeichnung historischer Umbruchsprozesse zu. Die kulturellen Polaritäten des späten Mittelalters werden beleuchtet, um vor dieser Folie Luthers Transformation der Frömmigkeit beleuchten zu können. Anhand der Analyse frühneuzeitlicher Flugschriften und illustrierter Flugblätter wird das Zusammenwirken von Medienrevolution und Reformation erfahrbar. Wie die Reformation praktisch umgesetzt wurde, analysieren wir anhand von zeitgenössischen Berichten zur Einführung der Reformation in Göttingen. Anhand der „Zwölf Artikel“ der Bauernschaft erarbeiten wir den Zusammenhang von Reformation und Bauernkriegen bevor wir die politischen Auswirkungen im Zuge der „Fürstenreformation“ untersuchen. Rezeptionsweisen der Reformation werden wir anhand von Lutherbildern der vergangenen 500 Jahre in den Blick nehmen

Der Workshop kann nach Absprache auch um ein Modul erweitert werden, das die Ausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ (bis 31.12.2017 im Städtischen Museum Göttingen) einbezieht .

 

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
  • kann von Gruppen bis zu 30 Personen im Kurs- bzw. Klassenverband sowie von Einzelinteressierten besucht werden
  • dient der Abiturvorbereitung
  • dauert in der Regel 6-7 Stunden
  • kostet nur  2 €/TeilnehmerIn

Ein Besuch der Austellung  „1529 – Aufruhr und Umbruch“ (bis 31.12.2017 im Städtischen Museum Göttingen) wird sehr empfohlen.