YLAB- geisteswisschenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen

Erinnerungskultur sichtbar machen – auf den Spuren des Nationalsozialismus in Göttingen

Jan Meiser, YLAB-Geisteswissenschaftliches Schülerlabor

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Im Herbst 2021 wird das YLAB-Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen erstmals einen Tag der Erinnerung mit Göttinger Schulen veranstalten, an dem an Orte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erkundet, in Projektarbeit erarbeitet und dem städtischen Publikum vermittelt werden.

Ziel dieses Tages ist es, der eigenen Vergangenheit nachzuspüren und aufzudecken, an welchen Orten in Göttingen sich nationalsozialistisches Unrecht zugetragen hat. Die Verbrechen des Nationalsozialismus sind keine abstrakten Themen für Geschichtsbücher, sondern sie haben sich auch in den Häusern, auf den Straßen und Plätzen unserer Stadt zugetragen. Diese „Orte der Diktatur“ werden wir aufsuchen und uns über die jeweiligen Ereignisse informieren, um fortan mit einem anderen, aufmerksameren Blick durch Göttingen zu gehen.

Das Projekt bietet die Möglichkeit zentrale Ereignisse der Verfolgung und Repression innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur auf der lokalen Ebene nachzuvollziehen. Die Schüler*innen können auf diese Weise einen Bezug zu ihrem aktuellen Lebensumfeld herstellen und erhalten ein erweitertes Bewusstsein für das vom Nationalsozialismus verursachte menschliche Leid innerhalb des Stadtbildes. Im Rahmen des Projekts erfahren sie beispielsweise, wie die Pogromnacht des 9. November 1938 in Göttingen ablief oder unter welchen Bedingungen polnische und sowjetische Zwangsarbeiter*innen seit Beginn des Zweiten Weltkrieges in der Stadt lebten und arbeiteten. Darüber hinaus kann mit dem verfolgten Universitätspsychologen Heinrich Düker eine bedeutende Persönlichkeit des lokalen Widerstands gegen den Nationalsozialismus entdeckt werden. Von Seiten des YLAB wird zu unterschiedlichen Erinnerungsorten in der Göttinger Innenstadt Material in Form von optisch ansprechend gestalteten Themenmappen bereitgestellt, die nach dem Prinzip eines lebendigen Archivs aufgebaut sind. Zur Erarbeitung der unterschiedlichen Themenbereiche können auf diese Weise didaktisch aufbereitete Quellentexte verwendet werden, die einen vertiefenden Einblick in den nationalen als auch in den lokalen Kontext geben.

Der Tag der Erinnerung lässt sich gut in einen Facharbeitskurs integrieren, da das vom YLAB zusammengestellte Quellenmaterial hervorragend als Basis einer Facharbeit, insbesondere in den Fächern Geschichte oder Politik und Wirtschaft verwendet werden kann.

Von Seiten der Schüler*innen werden Präsentationen zu den ausgewählten Erinnerungsorten vorbereitet, die dazu dienen, am Tag der Erinnerung einen inhaltlichen Austausch mit anderen Schulgruppen und interessiertem städtischen Publikum zu eröffnen. Die Form der Präsentation ist in diesem Zusammenhang frei wählbar. So könnte etwa ein Informationsstand aufgebaut oder eine kleine, öffentlich begehbare Ausstellung konzipiert werden. Im Vorfeld der Präsentationen findet ein zweitätiger Workshop statt, in dem die Schüler*innen sich ihre Erinnerungsorte gegenseitig vorstellen und ein Präsentationskonzept für den öffentlichen Raum erarbeiteten. Nach dem Abschluss des Tag der Erinnerung findet eine Auswertung statt, bei der die Schüler*innen reflektieren, wie das das Projekt ihre Wahrnehmung der Stadtgeschichte Göttingens beeinflusst hat. Darüber hinaus haben sie natürlich auch Gelegenheit, Verbesserungsvorschläge zu äußern, die in die zukünftige Gestaltung unseres Vorhabens einfließen sollen.

Bei Interesse melden Sie sich gerne unter: buero@ylab.uni-goettingen.de

 

Diese Projekt wird in angeboten in Kooperation mit der

Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.

Die Kooperationsprojekte mit der Stiftung Adam von Trott, e.V. werden gefördert von

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