YLAB- geisteswisschenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen

Flucht und Vertreibung in der musealen Repräsentation am Beispiel des Museums Friedland

Dr. Regina Löneke, Kulturwissenschaftlerin

In diesem Workshop werden Grundlagen von Flucht, Vertreibung und Migration von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart erarbeitet, Geschichtsnarrative anhand der medialen Präsentation und öffentlichen Symbolik untersucht sowie die Herausforderung einer angemessenen Repräsentation von Migration in einem Museum kritisch reflektiert. Am Beispiel des 2016 eröffneten Museums zum Grenzdurchgangslager Friedland wird untersucht, welche Themen in der musealen Repräsentation von Migration aufgegriffen, auf welche Weise vielfältige Perspektiven eröffnet und wo Grenzen des Darstellbaren erkennbar werden.

Inhalt
In der Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland spiegeln sich zentrale Themen der kollektiven Erinnerung der Bundesrepublik wider: Die Einrichtung entstand im September 1945 und diente als zentrales Aufnahmelager für Flüchtlinge, Vertriebene und entlassene Kriegsgefangene, die infolge des Zweiten Weltkriegs aus Mittel-, Ost- und Südeuropa kamen. Ab den 1950er Jahren reisten dann eine große Anzahl AussiedlerInnen und SpätaussiedlerInnen über diesen Ort nach Deutschland ein. Bis heute kommen in Friedland Flüchtlinge aus aller Welt an.

Am Beispiel ausgewählter historischer Quellen zur Rückkehr der Kriegsgefangenen in den 1950er Jahren sowie zu symbolisch aufgeladenen Orten und Objekten in Friedland erarbeiten und diskutieren die SchülerInnen das Spannungsfeld unterschiedlicher Perspektiven im öffentlichen Diskurs. Durch den Vergleich ausgewählter Ausstellungskonzepte erkennen sie, welchen Einfluss der gesellschaftliche Diskurs auf die museale Repräsentation haben kann. Dazu werden neue Ansätze der partizipatorischen Museumsarbeit erläutert, die eine Öffnung für mehr Teilhabe verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Milieus erlauben sowie neue Formen der Repräsentation und Inszenierung ermöglichen.

Organisatorisches
Dieses Projekt:

  • richtet sich an Schülerinnen  und Schülern der Oberstufe
  • kann von Gruppen bis zu 30 Personen im Kursverband sowie von Einzelinteressierten besucht werden
  • findet in den Räumen des YLAB statt
  • dauert in der Regel von 9 bis 16 Uhr
  • kostet nur 2€/TeilnehmerIn
  • eignet sich zur Vorbereitung eines Museumsbesuchs in Friedland, kann aber auch unabhängig davon besucht werden.