YLAB- geisteswisschenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen

Weimar und wir

Dr. Frauke Geyken, YLAB-Geisteswissenschaftliches Schülerlabor

„Alle Fragen wurden gut und freundlich beantwortet“
SchülerIn des Gymnasiums Alfeld, 10. Klasse, 19.02.2019

„Das Selber-Erarbeiten von Infos war besonders interessant!“ SchülerIn des Gymnasiums Alfeld, 9. Klasse, 28.02.2019

Die Geschichte der Weimarer Republik wurde lange nur vom Ende her gedacht. Die 14 Weimarer Jahre betrachteten Forschung und Öffentlichkeit fast nur als die Vorgeschichte des Nationalsozialismus; gefragt wurde nur nach dem Scheitern, nicht nach den demokratischen Errungenschaften der Weimarer Zeit. Das hat sich inzwischen geändert. Wenn wir 2019 hundert Jahre Weimarer Reichsverfassung feiern, dann können wir uns auf eine reiche demokratische Tradition berufen, die inzwischen sichtbar gemacht wurde. Weimar war eine Demokratie mit vielen Demokraten, die bis zum Schluss demokratisches Potential hatte.

Inhalt

Anhand exemplarischer Biografien wollen wir bestimmte widerstreitende gesellschaftliche Positionen erarbeiten, die alle in der Weimarer Republik nebeneinander Bestand hatten. Als Quellen stehen uns zahlreiche originale Audio-, Video-, Text- und Bildquellen zur Verfügung, die, ganz so wie es die Forschung verlangt, quellenkritisch eingeordnet werden müssen. Entsprechend vorbereitet befragen wir die Quellen zum Verlauf der Revolution und den ersten Jahren der Republik: Waren die – bis heute umstrittenen – politischen Entscheidungen der frühen Jahre tatsächlich „alternativlos“? Die Frage „Wer waren die Akteure der Revolution?“ bringt Politiker und Parteien in den Blick. Welche gesellschaftlichen Gruppen waren von Bedeutung, hier ist insbesondere die sich wandelnde Rolle der Frau in der Gesellschaft ein Thema, das leicht Anknüpfungspunkte an unsere heutige Situation erlaubt. Abschließend fällt der Blick auf die historische Analogiebildung, um das Thema des „Weimar und Wir“ zu diskutieren.

Der Kurs kann nach Absprache auch um ein Modul erweitert werden, das die Ausstellung  „Der rote Sonnabend 1918. Facetten & Folgen der Novemberrevolution in Göttingen “ im Städtischen Museum Göttingen einbezieht.

Organisatorisches
Dieses Projekt

  • richtet sich an SchülerInnen der Mittel- und Oberstufe
  • kann in Gruppen mit bis zu 30 Personen stattfinden
  • setzt grundsätzliches Interesse an Geschichte und Grundkenntnisse zur deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert voraus
  • dauert in der Regel von 9 bis ca. 15 Uhr (inklusive Mittagspause; Kurslänge variiert je nachdem, ob ein Besuch der Ausstellung intendiert wird)
  • kostet nur 2,00 € pro TeilnehmerIn