YLAB- geisteswisschenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen

Kunst und Künstler im Dienst des Nationalsozialismus

Kunstgeschichtliches Seminar,
Dr. Christine Hübner, Prof. Dr. Michael Thimann

Wie erkennt man Kunst aus der Zeit des Nationalsozialismus, wie wurde sie instrumentalisiert und wie sollte man heute mit Kunstwerken aus dieser dunklen  Epoche der deutschen Geschichte umgehen?

Inhalt

Bildende Kunst spielte in der Propaganda des NS-Regimes eine wichtige Rolle. 1937 fanden nahezu zeitgleich drei Ausstellungen statt, in welchen sich zentrale Elemente nationalsozialistischer Kunstpolitik beobachten lassen: Der „Deutsche Pavillon“ auf der Weltausstellung in Paris war eine Machtdemonstration des NS-Staates gegenüber anderen Nationen. Die erste „Große Deutsche Kunstausstellung“ im Münchener „Haus der Deutschen Kunst“ stellte eine Leistungsschau jener Kunst dar, die dem Weltbild und dem Kunstverständnis des Regimes entsprach und sich, so der Katalog, als Ausdruck „der Größe der aus Blut und Boden, aus nationalsozialistischer Haltung und Weltanschauung geborenen neuen Zeit“ verstand. Nur wenige hundert Meter entfernt sollten in der Ausstellung „Entartete Kunst“ konfiszierte Werke der mit Berufsverbot belegten Vertreter moderner und avantgardistischer Strömungen zum Gespött gemacht werden.

Im Workshop wollen wir untersuchen, wie Kunst und Künstler im Nationalsozialismus politisch instrumentalisiert wurden. Welche Funktion besaß die bildende Kunst in der Diktatur? Gibt es so etwas wie NS-Kunst, und falls ja, woran ist diese zu erkennen? Anhand von Bild- und Textquellen sowie Datenbanken werden dabei Methoden und Arbeitsweisen der Kunstgeschichte vorgestellt und eingeübt. Als Ausblick soll der heutige Umgang mit Kunstwerken der NS-Zeit diskutiert werden.

Organisatorisches
Dieser Workshop

  • richtet sich an SchülerInnen ab Klassenstufe 10 im Kurs- bzw. Klassenverband sowie Einzelinteressierte
  • findet in den Räumen des YLAB statt
  • setzt Interesse an Themen der (Kunst-)Geschichte voraus
  • dauert von 9 bis 13 Uhr, Termine auf Anfrage
  • kostet nur 2€/TeilnehmerIn