Honoré de Balzac

Honoré de Balzac und die Lust am Text
Prof. Dr. Franziska Meier / Freya Baur, MA

Zu den frühen Werken Honoré de Balzacs gehört die kurze Erzählung „Sarrasine““ (1830), um die er selbst kein Aufsehen gemacht hat. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie von dem französischen Literaturtheoretiker Roland Barthes auf einmal in ihrem Reiz entdeckt. Seither hört sie nicht auf, Leser in ihren Bann zu schlagen und zur Deutung herauszufordern. Woran liegt das? Und was hat uns „Sarrasine“ über die Lust am Erzählen und am Lesen zu sagen?

Inhalt

Der YLAB-Workshop will zu einem „close-reading“ von Balzacs Erzählung „Sarrasine“ einladen und an diesem Beispiel Möglichkeiten des Lesens und Verstehens sowie in Vorgehensweisen der Literaturwissenschaft zeigen.
Vor allem geht es darum herauszufinden, warum und wie dieser Text, der ein Rätsel der französischen Gesellschaft – die Herkunft des seltsam großen Vermögens einer Familie in Paris – lösen will, seinen Lesern doch immer wieder Rätsel aufgibt? Wie es dazu kommt, dass eine Erzählung, die von der leidenschaftlichen Liebe eines französischen Bildhauers Sarrasine für den römischen Kastraten Zampinella berichtet und auf ganz unterschiedlichen Ebenen von der Frustration eines Begehrens handelt, selbst zum Anlass, zum Inbegriff von Lust am Text geworden ist? Was sagt uns der Text über die Darstellung und Erzeugung von Begehren und wie verändert sich diese, je nachdem ob sie in der Literatur und in den bildenden Künsten der Malerei oder der Skulptur vermittelt wird?

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an SchülerInnen der Oberstufe im Kurs- bzw.
  • Klassenverband sowie Einzelinteressierte
  • findet in den Räumen des YLAB statt
  • dauert von 9 bis 13 Uhr
  • kostet nur 2 €/TeilnehmerIn
Grabmal des Honoré de Balzac (Quelle: wikipedia.org)